Bockhorner Grüne beantragen Erinnerungsort für den „Schindler von Bockhorn“

Inspiriert durch die Recherchen und Veröffentlichung des historisch arbeitenden Autors Holger Frerichs aus Varel zur Geschichte des „Schindler von Bockhorn“ genannten Bürgers Franz Fritsch, sowie durch die darauf aufbauende aktuelle Berichterstattung im „Gemeinnützigen“ der Nord West Zeitung stellt die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Rat der Gemeinde Bockhorn folgenden Antrag:

Gedenkstele
Gedenkstele mit Standort in Zetel

Franz Fritzsch hat im totalitärem Regime der Nationalsozialisten sein Leben riskiert, um vielen hunderten totgeweihten Menschen jüdischen Glauben zu retten. Er hat sie in seiner Fabrik beschäftigt, ihnen Papiere zur Flucht beschafft und selbst versucht, sie über die rettende Grenze zu bringen. Dadurch ist er selbst in die Fänge der Gestapo geraten. Nach seiner Flucht lebte er später von 1956 bis zu seinem Tod 1973 in Bockhorn.

Franz Fritsch hat sein eigenes Leben riskiert, um Verfolgten zu helfen und sie zu retten. Er ist damit ein großes Vorbild für uns alle.

Seine Geschichte ist wichtig, um die Erinnerung daran zu bewahren. Sie soll für die Gegenwart und die Zukunft daran erinnern, dass Zivilcourage und Mut eines jeden einzelnen elementare Grundlagen unseres Gemeinwesens sind und die bewahrt, gelebt, gefördert werden müssen.

Bereits Anfang der 90iger Jahre bemühten sich Bockhorner Politikerinnen und Politiker, das Leben und Wirken von Franz Fritsch angemessen zu würdigen, um es nicht dem Vergessen preis zu geben. Ihnen sei gedankt, auch wenn sie erfolglos blieben. Heute ist es an uns, einem Bürger, auf den Bockhorn stolz sein kann, eine dauerhafte Würdigung einzurichten.

Wir beantragen daher, gemeinsam mit dem Schlossmuseum Jever und ihrer Leiterin Frau Prof. Dr. Sander, die Geschichte von Franz Fritsch in die Reihe „Erinnerungsorte“ aufzunehmen und für eine Stele in Bockhorn einen geeigneten Platz zu finden.

Somit wird sie ein Bestandteil einer Reihe von Stätten im Landkreis Friesland, an denen Geschichte nachvollziehbar gemacht und die in ihrer Gestaltung auch dem Gedenken gerecht wird.

Die Begleitung durch Frau Dr. Sander gewährt eine sichere historische Einordnung. Die Erinnerungsorte werden in einem größerem Zusammenhang beworben und somit auch historisch interessierten Gästen nahegebracht.

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