Corona – Impfung in Friesland, Onlinetalk mit Dr. Fuchs

Am 27.01. um 20 Uhr hatte die Bundestagsdirektkandidatin der Grünen Sina Beckmann für den Ortsverein Jever und Interessierte einen Onlinetalk mit Amtsarzt Dr. Fuchs vom Gesundheitsamt Friesland zur Coronapandemie und den Impfungen in Friesland organisiert. Gewohnt souverän moderierte Beckmann die große Gesprächsrunde.

Dr. Fuchs beklagte, wie allgemein erwartet, den mangelnden Nachschub an Impfstoffen, denn man sei schnell und gut aufgestellt gewesen. „Wir haben alles verimpft, was uns an Impfstoff zugeteilt wurde. Besonderer Dank geht dafür an die Ehrenamtlichen des DRK und der Johanniter. Die mobilen Impfteams der Johanniter haben nahezu alle Einrichtungen mit vulnerablen Menschen in hoher Dichte erreicht und das DRK betreut das Impfzentrum in Roffhausen,“ so Dr. Fuchs. Es sei aber bereits neuer Impfstoff für Februar avisiert und man hoffe schnell den Impfbetrieb wieder aufnehmen zu können.

Da SARS 1 im Jahr 2003 und MERS im Jahr 2012 gut erforscht waren, konnte für Covid 19 schnell ein Impfstoff gefunden werden. Angesprochen auf die Verträglichkeit der verschiedenen Impfstoffe teilte er mit, dass der Impfstoff von Biontech bisher gut bekommt und scheinbar guten Schutz biete. Astra Zeneca aber nur bei Jüngeren verimpft werden sollte, da der Wirkungsgrad bei Älteren fraglich ist. Der Jeversche Bürgermeisterkandidat Karl Oltmanns stellte die Frage nach der Ansteckbarkeit durch Geimpfte. Dazu, genauso wie zur Verträglichkeit der Impfstoffe, werden aber frühestens in einem Jahr ausreichend Daten vorliegen. Sollte sich dann herausstellen, dass Geimpfte das Virus weiter übertragen können, ohne selbst daran zu erkranken, wäre dies schlecht für die erhoffte Herdenimmunität (dies sei z.B. bei der Diphterie-Impfung der Fall).

Weiter ging es mit dem Thema Mutationen. Hier führte Dr. Fuchs aus, dass Mutationen überall auftreten können, ob England, USA, Brasilien oder Südafrika. Für das Virus spielt der Ort auf der Erde keine bestimmte Rolle, entscheidend ist, Mutationen können sich nur mit der Verbreitung unter uns Menschen verwirklichen, also je weniger Berührungspunkte wir Menschen zu lassen, je mehr engen wir die Verbreitung ein. Viel Fliegen und die Globalisierung machen eine Eingrenzung von Mutationen und Pandemien allerdings schwierig war sein Ausblick in die Zukunft.

Auf Nachfrage betonte Dr. Fuchs, dass Eltern und Kinder eine epidemiologische Einheit seien und in Friesland auch so behandelt werden. Lüftungsanlagen in Schulen, machen laut Dr. Fuchs nur Sinn, wenn sie die Luft absaugen und aus dem Gebäude leiten, er favorisiert Stoßlüften – am besten mit Durchzug, denn auch mit Anlagen müsste gelüftet werden!

Zuletzt fragte Karl Oltmanns nach dem Ende des Lockdowns in 14 Tagen, worauf Dr. Fuchs meinte, dass die Zahlen hochschießen werden, aber hoffentlich weniger schwere Verläufe zu verzeichnen seien werden, weil die Risikogruppen geimpft sind.
In diesem Zusammenhang kam auch zur Sprache, dass das Gesundheitsamt in Friesland 7 Tage die Woche besetzt ist und so auch ständig die täglichen Meldungen ans RKI versandt werden. Bis heute war das Gesundheitsamt Friesland in der Lage, auch durch die vielen, ehrenamtlichen Helfer:innen, jederzeit die Kontaktnachverfolgung zu gewährleiten, die Corona-App hat in Friesland bisher nur bereits gefundene Infektionsketten angezeigt.

Der beste Schutz vor Corona sei nach wie vor die Einhaltung der AHA Regeln:

Abstand halten
Hygiene beachten und
medizinischen Mundschutz tragen (früher: Alltagsmaske)

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