„Land Unter“ am Schloss in Jever

 

Am 15.03.19 blieben am Jeverschen Schloss bis 22.00Uhr die Lichter aus. Stattdessen gab ein beeindruckendes Lichtspiel der GRÜNEN regionalen Arbeitsgruppe (RAG) Umwelt | Energie | Naturschutz unter dem Motto „Land Unter“. Der Film und das Rahmenprogramm befassten sich mit den Folgen des Klimawandels auf unsere Region am Meer, aber natürlich auch den Rest der Welt – der Klimawandel kennt bekanntlich keine Grenzen. Unterstützt wurde die RAG von regionalen Nabu Ortsgruppen, Fridays for Future und interessierten Besucher*innen.

Jörg Wächter | Foto: Ingbert Grimpe

Jörg Wächter, Sprecher der RAG Umwelt:

„Egal wo wir hinschauen, die Probleme des Klimawandels sind nicht mehr zu übersehen. Und wenn der Mensch nicht aufpasst, dann werden unsere Nachkommen eine andere Welt vorfinden.
Die Folgen sind schon heute zu erkennen und allgegenwärtig. Dürregebiete, Wassermangel, Unwetterkatastrophen, Menschen verlassen ihre Lebensräume, Hitze- und Kälteperioden nehmen zu. Das Klima und unser Lebensraum verändern sich immer schneller. Der Meeresspiegel steigt stetig. In den letzten 100 Jahren stieg der Meeresspiegel um 18 cm. Prognosen des Weltklimarates verheißen nichts Gutes, 50 – 100 cm bis 2100 oder sogar mehr. Sturmfluten und Unwetter werden nicht nur häufiger, sondern werden in ihrer Stärke massiv zunehmen.
Die Auswirkungen werden wir und besonders unser Nachkommen zu spüren bekommen.“

Foto: F.Zielke

Es ging aber nicht nur um die Folgen der Klimakriese sondern auch darum was wir alle machen können um den Klimawandel abzumildern. Es gab Stationen mit vegetarischem Essen, Infomaterial mit Tipps zur Verringerung des eigenen CO2 Fußabdrucks und zur „Plastikflut“. Plastik vermüllt nicht nur unseren Planeten und da in besonderem Maße unsere Ozeane, bei der Herstellung von einer Plastiktüte wird das sechsfache ihres eigenen Gewichts an CO2 freigesetzt. 8 Plastiktüten = 1Kg CO2

Foto: Grüne Jever
Gustav Zielke, Kreissprecher GRÜNE Friesland
Gustav Zielke, Kreissprecher Friesland:
„Fast zwei Drittel der deutschen Bürger wollen raus aus Kohle und Atom.
Mehr als 70 Prozent wollen, dass die Regierung einen schnellen Fahrplan für den Kohleausstieg beschließt, um damit das Klimaschutzziel 2020 noch zu erreichen.
Solche Zahlen sind wenig verwunderlich, wenn man bedenkt, dass durch Kohle und andere fossile Brennstoffe täglich tonnenweise CO2, Feinstaub und Stickoxide in die Luft gelangen. Die so verpestete Luft verursacht Atemwegs- und Herzerkrankungen und verkürzt das Leben von vielen Menschen – bis zu 17.000 Menschen im Jahr allein in Deutschland. Zusätzlich verkürzt dieser Dreck in unserer Luft unser Zeitfenster für die notwendigen Klimaziele.
Die für die Klimaziele notwendig zu erreichende Obergrenze von 1,5°C scheint bei unserer Regierung allerdings auf taube Ohren zu stoßen-hier hat man sich schon auf das 2°C Ziel eingestellt.
Kohlestrom und fossile Brennstoffe sind der Hauptgrund, so die wissenschaftliche Gemeinschaft, weshalb die Treibhausgase in Deutschland seit einem Jahrzehnt nicht mehr gesunken sind und wir das Klimaziel 2020 nicht nur etwas, sondern drastisch verfehlen werden.“
Foto: F.Zielke

Was kann Jede*r von uns für unser Klima zu tun? Eine Karte, die die RAG Umwelt verteilte gibt drei Antworten, die einfach umzusetzen sind:
– Recyclingpapier benutzen, dadurch werden weniger Bäume gefällt und im Recyclingprozess entsteht weniger CO2 als bei neuem Papier.
– Weniger Lebensmittel verschwenden, in Deutschland landen ungefähr 18 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll, jedes Jahr. Durch sorgsameren Umgang mit Nahrungsmitteln können viel Trinkwasser gespart und CO2 vermieden werden.
– Zu einem Ökostromanbieter wechseln, die Verbrennen keine Kohle und produzieren keinen Atommüll.

Sina Beckmann, Kreissprecherin Friesland

Sina Beckmann, Sprecherin RAG Umwelt:

„Es ist toll, dass zu unserer Veranstaltung „Land unter“ so viele Leute bei dem stürmischen Wetter zum Jeverschen Schloss gekommen sind. Das zeigt, wie wichtig den Bürger*innen die Themen Klimawandel, Umweltschutz und Energiewende sind. Wir wollen nicht, dass wie 1717 bis nach Jever das Wasser steht – über 18.000 Menschen verloren damals bei der großen Flut trotz schon bestehender Deiche an der ostfriesischen Küste ihr Leben. Das gilt es zu verhindern. Freitagvormittag haben wir Grünen die Fridays for future Bewegung unterstützt – das ist klasse, wie die Jugendlichen sich hier einsetzen! Ich wünsche mir, dass aber nicht nur die Politik in die Verantwortung genommen wird (was zweifelsohne dringend nötig ist), sondern dass die Schüler*innen auch bei sich selbst anfangen. Weniger Lebensmittelverschwendung, weniger Müll und mehr ökologisches Bewusstsein. Wenn jede*r etwas unternimmt, sind wir schneller am Ziel – und das heißt: Klima retten.“

Foto: F. Zielke

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